Normandie und Bretagne

Im Oktober 2019 habe ich aufgrund einer guten Wettervorhersage kurzentschlossen noch mal eine Tour in die Normandie und Bretagne unternommen. Der Hinweg war etwas beschwerlich, weil mein GPS mich schnurstracks durch Paris geleitet hat. Dort war natürlich gerade die Autobahn gesperrt, so dass ich auf Nebenstrasse durch die Stadt an der Seine getuckert bin. Immerhin war mir das wetter hold bei der Ankunft am Mont Saint Michel und mein Lieblingshotel dort hatte auch noch ein Plätzchen frei.

Am zweiten Morgen wurde ich – wie erhofft – vom Morgennebel begrüßt, das hieß vor dem Frühstück schon mal zum Fotografieren rauszugehen. Anschließend wurde der Mont Saint Michel zu Fuß erkundet. Schon der Weg über die Marschwiesen dorthin ist immer ein Erlebnis. Es hatte die Tage vorher längere Zeit geregnet, dadurch wurden einige Fotoperspektiven möglich, die man bei Trockenheit nicht zu sehen bekommt (siehe Bild oben). Der neue Übergang zum Mont ohne Damm hat die Natur inzwischen schon verändert, ein Teil des ehemals trockenen Watts ist wieder Feuchtgebiet, so dass gute Chancen bestehen, dass sich die Landschaft rund um die kleine Insel wieder in ihren alten Zustand zurückentwickelt.

Mehr Bilder vom Mont Saint Michel sind hier zu finden.

Vom Mont habe ich dann die Rundtour entlang der Küste durch die Bretagne unternommen, von Cancale über Frehel, Erqui, die Rosaires bis Brest und dann weiter nach Crozon mit einem Abstecher zum Pointe du Raz. Es zeigte sich, dass meine etwas romantisch verklärten Erinnerungen an eine recht wilde Bretagne leider überholt sind. Konnte man früher überall in den Felsen rumklettern und in die Forts krabbeln, war inzwischen alles touristisch organisiert, abgesperrt und/oder kostenpflichtig. An Fotos mit Langzeitbelichtung auf den vielen felsigen Landzungen war gar nicht zu denken, entweder durfte man nicht hin oder es war so windig, dass das Stativ trotz angehängtem Rucksack wackelte wie ein Lämmerschwanz. Je weiter ich nach Süden kam desto schlechter wurde auch das Wetter, am Pointe du Raz hat es dann nur noch gestürmt und gegossen (auch die Vorhersage war schlecht), das ich beschloss, die Reise abzubrechen. Schade, die Zeiten der guten alten Bretagne mit ihren niedlichen kleinen Fischerhäfen ist vorbei, von den touristischen Menschenmassen überrollt und/oder mangels Fisch aufgegeben.
Zurück musste ich natürlich wieder durch Paris und natürlich war die Autobahn wieder wegen eines Unfalls gesperrt.

Mehr Bilder aus der Bretagne sind hier zu finden.

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